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Blackfield Festival 2008 Bericht mit den von uns geführten Interviews auf dem Blackfield Festival 2008

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Alt 15.11.08, 19:38   #1
Schwarze Welle
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7 - Heimataerde



HEIMATAERDE


Nachdem wir uns auch den live-Auftritt von [:SITD:] nicht entgehen lassen konnten, finden wir uns gegen halb sieben schon wieder auf der berüchtigten, aber für ein Interview perfekten, Treppe wieder und dürfen uns glücklich schätzen, das erste Interview mit Ashlar von Heimataerde zu führen. Und es ist ein wirklich schönes Gespräch mit einem gut gelaunten Ash über Reenactment, Vampire und Kleingartenvereine.


Du nennst dich ja selbst Ashlar von Megalon, eine Figur, den du bei all deinen live-Auftritten verkörperst. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Ash: Die Templer-Thematik allgemein ist begründet in meinem Hobby. Ich mache Reenactment, speziell Templer-Darstellung und bin seit jeher sowieso in Templer interessiert. Die Figur Ashlar von Megalon gibt es schon sehr lange und ich habe mir überlegt, wie man diese Templer-Figur mit einem vampirischen Effekt verbinden kann. Daraus ist dann das Ganze entstanden.

A Propos Vampire: „Heimataerde“ soll die Ruhestätte des Vampirs bezeichnen. Wie bist du auf diesen Namen für dein Projekt gekommen?

Ash: Ich hab mir überlegt, worin ein Vampir gebettet sein muß, wenn er dem Sonnenlicht entgehen will – das ist eben in seiner Heimaterde. Das sieht man auch in alten Dracula-Verfilmungen oft, daß Dracula Erde aus seiner Heimat mitnimmt und seinen Sarg darauf bettet, wenn er auf Reisen ist.
Der Sonderbuchstabe „ae“ ist einfach eine altdeutsche Ausdrucksweise. Normalerweise würde man das Wort dann wie „Heimaterde“ lesen. Ich habe mich jedoch extra für die Aussprache „Heimata-Erde“ entschieden, damit interessierte Hörer mich auch bei google finden. Wenn man nämlich „Heimaterde“ eingibt, findet man sehr viele Kleingartenvereine (lacht).

Das Thema Mittelalter wird musikalisch ja recht häufig verarbeitet, insbesondere in Verbindung mit Rock-Elementen oder mit klassischen mittelalterlichen Instrumenten. Du bist so ziemlich der Einzige, der diese Thematik aber mit härteren elektronischen Beats vereint. Warum ausgerechnet diese Kombination?

Ash: Ich bin in die Schwarze Szene sozusagen reingewachsen und höre sehr viel Industrial und EBM, durch mein Hobby aber eben auch sehr viel mittelalterliche Sachen. Dann geht es natürlich auch wieder um die Templer-Thematik: Ashlar ist ja jemand, der um 1230 seine Geschichte erlebt und das wollte ich musikalisch zum Ausdruck bringen. Allerdings nicht auf dem gleichen Wege, wie Andere, sondern mir war es wichtig, härtere Elektronik damit zu kombinieren und die Mittelalter-Elemente wirklich nur beizumischen. Sie sollten nicht im Vordergrund stehen.
Es ist aber auch nicht so, daß ich gedacht habe, ich mache etwas völlig Neues. Vielmehr wollte ich einfach meinen eigenen Weg finden, getreu nach dem Motto: Man muß das Rad nicht neu erfinden, sondern nur einen neuen Reifen drauf ziehen.

Du bist erst in jüngerer Zeit dazu übergegangen, live auf der Bühne zu stehen, nachdem du es anfangs abgelehnt hattest. Welchen Grund hatte diese Abneigung?

Ash: Heimataerde ist ja ein Solo-Projekt. Und ich hatte mich gefragt, wie man diese Bildwelt, die ich mit dem Grafiker – der die Albumcover entwarf – und der Schriftstellerin – die die Geschichte von Ashlar geschrieben hat – auf eine Bühne bringen kann. Als einzelne Person ist das unmöglich. Mich alleine mit einem Laptop auf die Bühne zu stellen, wollte ich auch nicht. Dann hat es lange gedauert, bis ich die Leute aufgetrieben hatte, die an so einer Performance Spaß hätten und mit mir zusammen diesen ganzen Aufwand auch betreiben würden. Und der Aufwand ist immens. Das merkt man gerade bei Anfragen von Veranstaltern, die davon ausgehen, daß hinter einer Elektro-Band nur 2-3 Leute stehen und nicht viel Ausrüstung mitbringen. Die sind dann erstaunt, wenn ich sage, daß wir 9 Personen sind, mit einer großen Anforderung. Wir machen ja Schaukampf auf der Bühne. Um das rüber zu bringen, legen wir auch Wert auf das Bühnenbild und eine Projektion. An diesen Aufwand mußte ich mich auch anfangs selbst erstmal rantasten, inwiefern ich das in absehbarer Zeit realisieren kann. Aber wie du siehst, hat es geklappt.

Wie ist dein Eindruck, wie die Show beim Publikum heute angekommen ist?

Ash: Mein Eindruck war durchweg positiv. Ich glaube, den Leuten hat es wirklich gefallen, obwohl ja der Wind uns heute fast von der Bühne gefegt hat. Die Requisite ist durcheinander geflogen, aber das Publikum hat es mit Humor genommen. Sie haben gemerkt, daß wir das auch mit Humor nehmen können und ich denke, sie haben einfach mit uns gefeiert.

Das war auch mein Eindruck. Das Festival findet ja an diesem Wochenende zum ersten Mal statt. Deine Meinung zur Location und zur Veranstaltung an sich?

Ash: Ich finde das Festival ziemlich geil. Vor Allem die Location ist unheimlich schön. Was ich auch sehr schön finde, ist daß man die Wahl zwischen einem Bereich hat, wo man sich ganz den Bands widmen kann und einem großen Bereich, in dem man sich in Ruhe mit anderen Leuten hinsetzen und unterhalten kann. Ich denke, die meisten Leute hier sind begeistert von dieser Situation.


Nicht nur begeistert von dem tollen Festival-Gelände, sondern auch von dem sympathischen Gespräch, bekommen wir natürlich auch von Ash unsere Station-ID. Stolz, mit unserem Interview und der ID im Gepäck, machen wir uns auf, um am Out Of Line Stand Spetsnaz zu treffen.


Interview: Darkstone
Text: Cara

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