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Alt 22.09.14, 09:49   #1
Fearless Sacrifice
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Interview mit Chris & Gared von Lord of the Lost in Rostock (MAU Club), am 20.09.2014

Am vergangenen Samstag traf ich Chris und Gared von Lord of the Lost gegen 19.30 Uhr im Rostocker Mau Club. Vor dem Club warteten die Fans schon ungeduldig auf den Einlass 20 Uhr. Mehr dazu jedoch im Konzertbericht
Die beiden Jungs und ich saßen ganz gemütlich im Café des Clubs und wie man sie eben kennt, beantworteten sie all meine Fragen rund um das neue Album, das 'Six Feet Underground'-Video, die Tour und allerlei anderer interessanter Themen sehr sympathisch, humorvoll und mit ganz viel Zeit..


  1. RSW: Gleich mal zu Beginn (an Gared), [Gerrit] oder [Dscherred], ich habe schon beides gehört?

    Gared: [Dscherred], das ist angelehnt an meinen bürgerlichen Namen, deshalb mit G.

    RSW: Wie ist denn dein bürgerlicher Name?

    Gared: Tja,... tja..

    Chris: Also wir wechseln immer zwischen Gerald, Gerhard, Gerd, Gerda, Gerret, Gerrit, Geraldo,...

    Gared:Keiner oder einer davon war mein richtiger Name!



    RSW: Wie läuft die Tour bisher (Berlin, Dresden)?

    Chris: Heiß, sehr heiß! Berlin war das heißeste Konzert, was wir je hatten inklusive Kreislaufkollaps einiger Bandmitglieder danach.

    Gared: Hey, das bin ich!

    RSW: Ich hab schon gehört, dass du nach dem Konzert leider nicht mehr für Foto's und Autogramme zur Verfügung standest.

    Gared: Ja, ich bin komplett...

    Chris: Das war sehr spannend! Die Tour heißt ja „Into the Fire-Tour“, dementsprechend war das alles sehr passend!

    RSW: Wir könnten ja auch draußen spielen, das wäre angenehmer.

    Gared: Ich hatte gestern schon versucht in Dresden die Leute für ein Open Air Konzert zu begeistern, weil da draußen so eine Bühne stand, aber.. war irgendwie nicht...



    RSW: In Rostock habt ihr noch nie gespielt, oder?

    Gared: Ich war noch nie in meinem Leben in Rostock, glaube ich.

    Chris: Mit Lord of the Lost waren wir hier noch nie. Ich habe hier mal mit The Pleasures gespielt. Mit Class war ich auch tatsächlich schon mal hier, da gab es Lord of the Lost zwar schon, aber noch nicht live. Class und ich haben hier auf einem ACDC-Coverabend gespielt, aus Spaß einfach. Mit Lord of the Lost sind wir das erste Mal in Rostock.



    RSW: In welcher Stadt spielt ihr eigentlich am liebsten?


    Gared: Also das wär ja unfair, das zu sagen..


    Chris: Ich kann's auch echt nicht sagen. Wir haben super Konzerte schon in verschiedensten Städten gehabt und auch Konzerte, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht so gut angefühlt haben. Das sind tausend Faktoren, die da zusammen spielen. Und wenn der Funke überspringt, dann springt er über.. Das kann in jeder Stadt sein. Da gibt es keine Favorites. Natürlich hat die Heimat immer einen Vorteil, aber das versteht auch jeder.



    RSW: Gared, erzähl doch nochmal bitte ganz kurz, wie du überhaupt zu Lord of the Lost gekommen bist. Kanntest du die Band schon oder war das dann eher Zufall?

    Gared: Ja, ich kannte sie, aber nur ein paar Wochen im Voraus. Chris war damals mein Dozent an der Tontechnikschule bzw. dem Institut, an dem ich damals gelernt habe. Und ich hatte da auch mitgekriegt, dass er da musikalisch irgendwie aktiv ist und ein Projekt hat.. Und dann hat er mich in irgendeinem Workshop, den er geleitet hat, Piano spielen gesehen.

    Chris: Ich hab gefragt „Kann jemand Klavier spielen? Wir müssen da mal eben was aufnehmen..“.

    Gared: Ich hab da mal die Hand gehoben und dann sieben bis vier Töne eingespielt. Und das fand er irgendwie geil, obwohl's jetzt nicht... Also aus meiner Sicht war es nicht unbedingt eine Glanzleistung, weil es gar nichts großes war. Das war wie heute. Ich drück einfach ein paar Tasten und es kommt ein ganzes Orchester raus.. Nein, also es hat ihn wohl einfach überzeugt, sodass er mich dann gefragt hat, ob ich erstmal für ein paar Shows einspringen würde, so als Testlauf. Dann hatte er mich gefragt, ob ich auf dem nächsten Album ein wenig am Piano mitwirken möchte. Und dann hat er mich betrunken angerufen, als wir beide getrennt feiern waren. Er in Hamburg und ich damals noch in Hannover. Da meinte er so „Ach fuck ey, du steigst jetzt ein!“, wo ich gesagt habe „Du wolltest das doch erstmal mit dem Label abklären?!“ und er so „Ach scheiß auf's Label! Du bist jetzt drin“.


    RSW: Du hattest also gar keine andere Wahl, ja?

    Gared: Ich wollte auch gar nicht anders. Das erste Festival war dann auch gleich das WGT und das erste Konzert im Kaiserkeller in Hamburg, wo wir auch dieses Jahr auf dem Geburtstag spielen werden.

    Chris: Genau, da sind wir als Special Guest eingeladen.

    Gared: Das hat für mich auch so ein Specialfeeling, weil für mich dort alles angefangen hat, diese ganze Misere..



    RSW: Hast du vorher schon in anderen Bands gespielt?

    Gared: Ja, so Schülerband-mäßig mit Freunden und so Coverbandversuche. Auch unterschiedliche Stile.. von Jazz über Poprock bis hin zu Jazzrock... Aber die wollten alle nicht ernsthaft.



    RSW: Seid ihr noch nervös vor euren Konzerten?

    Beide: Nö!

    RSW: Habt ihr da schon Routine bekommen, ja?

    Chris: Ich bin es schon seit Jahren nicht mehr. Also es gibt manchmal ganz besondere Momente, wo ich etwas nervös werde, z.B. auf dem 'Gothic Meets Klassik' letztes Jahr. Sachen, die so unvorhersehbar sind. Ich bin immer in Sorge um die Technik, ob alles funktioniert. Das hat aber mit Lampenfieber nichts zu tun. Das sind halt berechtigte, auf Erfahrungen basierende Auseinandersetzungen mit allen Eventualitäten, die durch den Kopf dann so durchrattern.. Aber das ist kein richtiges Lampenfieber. Das hatte ich zuletzt vielleicht mit 20...

    RSW: Das ist ja dann schon eine ganze Weile her..

    Chris: Ja, ewig her.. schon zwei Jahre..


    Gared:Du bist 24?

    Chris: Ich bin 22!

    Gared: Achja.. 22..


    Chris: Du weißt ja, es gibt drei Sorten von Menschen.. die, die zählen können, und die, die nicht zählen können.

    Gared: Das waren jetzt vier!

    Chris: Stimmt..



    RSW: Zur Festivalsaison seid ihr wieder viel unterwegs gewesen, wie war das? (Amphi, Wackelfestival, Größnitz Open Air, M'era Luna Autogrammsession,...) Gab es ein großes Highlight für euch?

    Chris: Ehm, ich muss mal ganz kurz überlegen.. Es vermischt sich immer alles. Also ich weiß z.B. gar nicht ,was letztes Jahr war und was dieses Jahr war..

    Gared: Das Amphi war mal ein Highlight! Also Amphi war dieses Jahr, was das M'Era Luna Festival letztes Jahr für uns war.


    Chris: Ja, von der Größe her! Vom Ritterschlagsfaktor, wo man wirklich stolz drauf ist, war es das Montreux Jazz Festival. Das war sehr schräg, weil es einfach so eine große Ehre ist dort zu spielen. Da spielen so ungefähr Amy McDonald und Steve Wonder neben dir.. Und das ist super krass, weil es ein ganz anderes Flair ist.



    RSW: Dieses Jahr geht es ja erstmal noch nach Finnland, Russland.. Wie kamen eure Kontakte dahin zustande? Wo spielt ihr lieber?

    Chris: Finnland war eigentlich durch Mama Trash vom Trash Fest. Und Russland.. Wir haben da eine wunderbare Bookerin aus Russland kennengelernt. Oder besser gesagt, sie hat uns kennengelernt, wohl über Facebook. Man kommt in so ein Land nicht, weil sich offiziell dort reinbucht. Man braucht jemanden vor Ort, der sich um die ganze Promotion und das Booking kümmert und auch finanziell erstmal dafür aufkommt oder es vorstreckt. Sowas bezahlt sich ja nicht von selbst.

    RSW: Macht ihr Sightseeing, wenn ihr dort seid?

    Chris: Wenn Zeit ist..

    Gared: Ja, so gut es eben geht. Du kommt manchmal am Flughafen an, wirst direkt zur Location gefahren, dann geht es zum Aufbau, Soundcheck.. und im schlimmsten Fall fliegst du halt am nächsten Tag gleich wieder weg.

    Chris: Wir hatten jetzt in Russland wirklich Glück und zumindest jedes Mal einen halben Tag Zeit, wo wir mal ein bisschen gucken konnten. Aber ich bin dann auch echt so.. wenn wir mal zwei Tage hintereinander Konzerte hatten, selbst wenn ich in Moskau bin, hab ich einfach keinen Bock mehr. Dann sag ich, ich setz' mich jetzt hier in die Hotellobby und mach die Augen zu oder les' ein Buch. Da ist mir der Kreml dann auch egal. Ich muss dann Reserve tanken. Ich bin nicht jemand, der hier auf Teufel komm raus jetzt unbedingt irgendeine Kirche von innen sehen muss oder eine Statue oder eine Autobahn, die breiter ist als in Düsseldorf... Wenn ich dazu bereit bin, dann sehr gerne..
    Gerade auch bei der Amerika-Tour war das sehr schade. Es gab Stellen in Amerika, wo einfach für Sightseeing nicht genug Platz war, obwohl ich's gern gehabt hätte, wie in LA z.B. oder New York. In LA hatten wir nur drei Stunden Zeit, da hatten wir uns verfahren und sind dann halt drei Stunden durch die Stadt gegurkt.. Am nächsten Tag hatten wir nochmal drei Stunden, da waren wir dann kurz am Venice Beach. Und in New York hatten wir ein Zeitfenster von vier Stunden, nach der Show am nächsten Tag haben wir das wirklich genutzt von 7 bis 11 Uhr in der Eiseskälte.
    Dafür hatten wir dann an anderen Orten mehr Zeit für nichts, wo wir nur Wüste sehen konnte.. Aber man kann ja nicht die Tour nach Urlaubswünschen planen.



    RSW: Seit dem 23. Mai können wir uns an eurem neuen Album erfreuen. Das fünfte Album nun schon. Wie zufrieden seid ihr damit?

    Beide: Extrem zufrieden!

    RSW: Wo steht es in eurer Rangliste der eigenen Alben?

    Chris: Das ist definitiv bei allen von uns auf Platz 1! Das ist das erste Album von uns, das wir selber nach Fertigstellung total gerne hören. Das war vorher bei den anderen Alben immer erst so, dass man froh war, wenn's fertig war und es dann erstmal nicht mehr hören konnte.. und dann hat man sich Stück für Stück wieder reingefunden. Aber bei diesem Album war es wirklich so, dass wir zwischen Fertigstellung und Release, das waren so drei Monate, nur unser eigenes Album gehört haben. Das war wirklich so „Was hörst du gerade für Musik?“ - „Meine eigene!“

    Gared: Ja, das muss man wirklich mal so ganz eitel sagen.



    RSW: Habt ihr einen Lieblingssong vom neuen Album?

    Beide: Das wechselt von Tag zu Tag.


    Gared: Ich könnte jetzt nicht so sagen, welches mein Favorit ist. Jetzt ist es gerade eine Mischung aus denen, die wir sowieso gerade auf unserer Tour spielen

    Chris: Das ist immer so stimmungsabhängig. Also jetzt gerade wird es wahrscheinlich ein Song sein, der aus dieser Dekade kommt, aber gar nicht zum Album gehört, sondern zur B-Seite von La Bomba. Das wäre „I don't give a fuck“, weil der einfach so cool energetisch ist. Wir haben den gerade beim Soundcheck gespielt, deswegen ist er jetzt gerade in dieser Sekunde mein Lieblingssong. Aber das wird nach dem Konzert dann wieder ein anderer sein.




    RSW: Euer neues Video ist noch nicht lange zu sehen und hat schon unglaublich viele Klicks. Erzählt doch mal bitte, wer von euch und wie ihr auf diese darstellerische Interpretation von 'Six Feet Underground' kamt.

    Gared: Der erste Gedanken war – Lasst es uns nicht wörtlich umsetzen! Das wär ein bisschen zu krass und einfach langweilig.

    Chris: Ich fänd's gar nicht zu krass, sondern einfach zu offensichtlich. Dann machst du halt als Band, die irgendwie ein bisschen im Gothicbereich verhaftet ist, ein Video über eine Leiche, die man ausgräbt und sie dann liebt oder dann mit ihr schläft.. Also so ein Zombief*****video.. das fand ich ein bisschen.. joa ehm.. Passt einfach nicht zum Song. Denn eigentlich hat ja der Song eine sehr,...

    Gared: Eigentlich ist es eine totale Romanze. Das hat ja nichts mit Zombief***** zu tun.

    Chris: Ja, es ist einfach eine sehr intensive Message. Und dann haben wir so rumgesponnen. Es wäre doch cool, wenn man irgendwas ausgraben würde. Am besten im Regen, nachts. Bo kam dann auf die Idee, unsere Instrumente auszugaben und dann zu spielen. Und ich fand das erst total bescheuert. Dann hab ich etwas darüber nachgedacht und fand's gar nicht mehr so schlecht. Dann mussten die Istrumente aber total verrottet und alt aussehen. Wir haben uns die Bälle dann so zugespielt, das waren glaube ich maßgeblich Bo und ich. Da wollte ich dann noch ein paar so Erinnerungssequenzen an ein schöneres Leben einbauen. Und irgendwer hatte dann die Idee mit den Kinderfoto's.

    RSW: Das war auf jeden Fall eine sehr tolle Idee und ein schönes Video!

    Beide: Ja, danke. Das finden wir auch.
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"Kein Mensch wird zum Einzelgänger, weil er die Einsamkeit genießt, auch wenn er so tut.
Er wird es, weil er vergeblich versucht hat, mit der Welt klarzukommen, und immer wieder von den Menschen enttäuscht wurde."

Geändert von Fearless Sacrifice (22.09.14 um 10:40 Uhr).
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Alt 22.09.14, 09:49   #2
Fearless Sacrifice
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RSW: Ihr seid ja dafür bekannt, dass ihr euch immer besonders viel Zeit für eure Fans nehmt. Warum ist euch das so wichtig?

Gared: Weil man ohne Fans prinzipiell nicht existent ist. Erstmal als Grundsatz.

Chris: Wir nehmen uns nach wie vor genauso viel Zeit wie vorher, aber alle sagen immer, wir nehmen uns keine Zeit mehr. Das Problem ist, sie werden halt mehr. Und dann hört man immer „Ihr habt gar keine Zeit mehr!“. Aber ich sag mal, wenn du 60 Minuten investierst für 60 Leute oder 300 oder 1000, ist das halt alles sehr knapp. Wir können ja nicht nach dem Konzert von halb eins nachts bis fünf Uhr morgens Meet & Greet machen.

Gared: Du kannst auch nicht fünf Minuten mit einem Fan aus erster Stunde verbringen, aber nur zehn Sekunden mit jemandem, der dich gerade erst kennengelernt hat.

Chris: Genau und da kann ich nicht von den 30 Minuten, die uns vielleicht zur Verfügung stehen, fünf Minuten mit jemandem verbringen, den ich schon jahrelang kenne. Das wäre unfair und wir können uns ja nicht zerteilen. Aber das verstehen eben einige nicht. Und der Grund, warum wir uns jetzt nach den Konzerten so auf verschiedene Tische aufteilen, ist einfach, dass wir das irgendwie geregelt bekommen und nicht alle in einer Traube um einen rumstehen. Jeder fühlt sich ungerecht behandelt. Wenn ich da stehe, habe ich 360° zur Verfügung. Egal, zu wem ich mich als nächstes drehe, sind fünf andere traurig.

Gared: Es wird einem ja auch leider immer mal wieder als Boshaftigkeit unterstellt, dabei sind wir in genau dergleichen Zwickmühle, dass wir gerne auf jeden eingehen würden.

Chris: Und es wird immer jemanden geben, der traurig nach Hause geht. Was ich schade finde, ist teilweise die Grundeinstellung. Wenn man sich eine Konzertkarte kauft, dann kauft man sie sich wegen der Musik. Und wenn wir dann noch rauskommen, ist das was, was noch on top passiert, was wir sehr gerne machen. Aber manchmal geht das einfach nicht, oder manchmal erwischen wir nicht jeden. Und dann gibt es teilweise bitterböse Mails von einigen, die sagen „Ich habe mich so darauf gefreut, und jetzt ist mein ganzer Monat im *****, weil ich kein Foto bekommen habe!“ Da finde ich den Ansatz total falsch. Das heißt Konzertkarte und nicht Foto-mit-Chris-Karte. Man ist irgendwie der Roboter, der im Musikvideo immer schick aussieht und funktionieren soll.

Gared: Aber wir sind eben auch nur Menschen.

Chris: Ich will auch gar kein Mitleid. Ich will nur erklären, dass man nicht vergessen darf, dass unser Tag schon um neun Uhr begonnen hat und nicht daraus besteht, Emails zu beantworten, sondern aus schleppen, schwitzen, schleppen, schreien, singen, brüllen, spielen, kaum essen, nochmal schleppen...



RSW: Gared, hast du als Multiinstrumentalist noch Wünsche, welches Instrument du gerne spielen können würdest?

Chris: Schalmei!

Gared: Schalmei... ja, so ähnlich retrospektiv betrachtet, hätte ich eigentlich gerne mal, auch wenn's ein bisschen extravagant ist, Harfe gelernt. Ich find Harfe total geil.

Chris: Also so Konzertharfe richtig mit Pedal und so?

Gared: Ja, komplett. Ich mach ja keine halben Sachen.

Chris: Ja kann ja sein, dass du so eine kleine Engelsharfe meinst. Du meinst schon so eine, wie wir beim Gothic Meets Klassik hatten?

Gared: Es interessiert mich voll dieses Instrument. Es ist sehr schön, es ist vielseitig, aber ich weiß nicht, ob ich dazu noch die Zeit finden würde. Ich bau mich dann lieber aus auf dem, was ich schon kann.

Chris: Und es ist teuer! Also, wenn ihr Gerrit was zum Geburtstag schenken wollt, dann ist das eine Harfe.

Gared: Gared!

Chris: Gayrod! Wenn ihr Gayrod was zum Geburtstag schenken wollt, schenkt ihm eine Harfe. So!

Gared: Violine find ich auch noch ganz toll, aber Harfe steht auf jeden Fall über der Violine.



RSW: Wo stündet ihr wohl jetzt, wenn ihr LOTL nicht gegründet bzw. nicht dazu gekommen wärt?

Chris: Hätte, hätte, Fahrradkette..

Gared: Also, ich glaube, irgendwie stand in meinem Kopf immer schon..

RSW: Lord of the Lost!

Gared: Genau, ich habe als Dreijähriger schon gedacht, irgendwann werde ich mal in einer Band sein, die Lord of the Lost heißt und von Chris Harms geführt wird. Also, ich bin nie diesen kleinen Rockstar-Traum losgeworden bzw., um es nicht ganz so blauäugig und naiv wirken zu lassen, ich möchte mit Musik so gut es eben geht, meinen Lebensunterhalt verdienen. Ich wüsste jetzt nicht, was ich sonst beruflich machen würde. Auf jeden Fall wäre es im weitesten Sinne mit Musik behaftet. Wenn ich z.B. während meines Studiums Chris nicht kennengelernt hätte, hätte ich das mit der Tontechnik noch weiter ausgebaut und würde jetzt vielleicht in einem Studio versauern oder total glücklich damit sein, vielleicht sogar wesentlich mehr Geld damit verdienen. Es hätte aber auf jeden Fall immer etwas mit Musik zu tun.

Chris: Das ist ja auch immer diese Butterfly-Effekt-Geschichte. Wenn wir jetzt hier nicht sprechen würden, dann würde sich ja dadurch theoretisch der gesamte Verlauf dieser ganzen Welt..

Gared lacht.

Chris: Ist doch so! Es hat alles Wechselwirkungen. Ich weiß nicht, wo ich jetzt wäre. Ich würde sicherlich irgendwas mit Musik machen, aber vielleicht auch was anderes. Aber was ich daran cool finde, wenn ich mir unsere Crew anschaue und wieviele das inzwischen sind.. Wir haben uns da so ein Freundeskreisuniversum aufgebaut, wo ich denke, krass, wie viele Leben wir verändert oder beeinflusst haben.

Gared: ..oder versaut!


Chris:Ja, oder versaut. Das finde ich immer total spannend. Gerade auch, wenn man sich die Fans anschaut, wo sich teilweise ganze Freundeskreise gebildet haben, Beziehungen, Hochzeiten, Kinder... Wir haben ja die Umfrage bei Facebook gemacht – Wie habt ihr Lotl kennengelernt, was hat sich dadurch für euch verändert, was habt ihr für Leute kennengelernt? Und das waren, glaube ich, so 700, 800 Kommentare, unfassbar viele und lange Geschichten. Total beeindruckend und ich konnte es gar nicht alles lesen, weil es so viel war. Ich hab mir das dann abgespeichert und ausgedruckt. Ich hab das als Buch Zuhause und immer, wenn ich mal nichts zu tun habe, hol ich das raus und lese mir noch so zwei, drei Fangeschichten durch. Das ist spannend!



RSW: Super. Habt ihr zum Schluss noch einen kleinen Gruß an unsere Hörer?

Beide gleichzeitig: Gruß!


Der Konzertbericht wird demnächst folgen, ebenso wie zahlreiche Foto's..
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Er wird es, weil er vergeblich versucht hat, mit der Welt klarzukommen, und immer wieder von den Menschen enttäuscht wurde."
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Alt 24.09.14, 16:14   #3
Blutiger Engel
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Beiträge: 3.282
Das nenne ich mal ein umfangreiches Interview.
Da haste dir ja die Finger wundgetippt @ Fearless.
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I see the fear in your eyes,
you try to hide your pain from me.
I can see behind your mask,
you´ve got a fragile heart of glass.

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